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Die Kroaten in Schandorf

Die Zweisprachigkeit ist in Schandorf seit jeher selbstverständlich.
Die Zweisprachigkeit ist in Schandorf seit jeher selbstverständlich.

Die Ansiedlung der Kroaten in Westungarn ist als Teil der großen balkanischen Wanderbewegungen, die seit dem 14. Jahrhundert durch das Vordringen der Osmanen ausgelöst worden sind, zu verstehen. Die Ursachen für die Abwanderung aus der alten Heimat sind in den historischen Ereignissen, aber auch in den wirtschaftsgeschichtlichen Verhältnissen zu suchen. Durch die Entvölkerung weiter Landstriche im Zuge der Pest 1408, durch die Grenzkriege zwischen Friedrich III. und Matthias Corvinus und durch das Vordringen der Türken nach Westungarn in den Jahren 1529 und 1532, wodurch es zu einem erheblichen Mangel an Arbeitskräften gekommen war, waren die Voraussetzungen für die Aufnahme neuer Siedler in der neuen Heimat gegeben.

Ein wichtiger Faktor für die Neubesiedlung unseres Gebietes war die Tatsache, dass die meisten ungarischen Magnatengeschlechter als Grundherren Besitzungen sowohl in Kroatien und Slawonien als auch in Westungarn hatten. Es handelte sich somit um Bauernbewegungen, die auf die Initiative der Grundherrschaft zurückzuführen sind. Ein kleiner Teil der Einwanderer, die sogenannten „Vlahi“, waren vermutlich Hirten und Viehzüchter.

Der Beginn der Wiederbesiedlung der teilweise entvölkerten Gebiete Westungarns mit Kroaten kann zwischen 1493 und 1515 angesetzt werden. 1515 finden wir bereits kroatischnamige Bauern in der Herrschaft Eisenstadt. Zwischen 1522 und 1527 wanderten Kroaten aus der Lika und dem Küstenland zwischen Senj und Obrovac nach Westungarn ab und siedelten sich in der Umgebung von Ödenburg an.

Schon am 17. Mai 1524 hatte Ludwig II. dem Grundherren Franz Batthyany die Erlaubnis gegeben, dass er auf seine neuen Besitzungen in Westungarn Kroaten aus seinen alten Gebieten ansiedeln konnte, was er auch tat. Ferdinand I., der nach seiner Wahl den Großteil des ungarischen Adels gegen sich hatte, dankte für Franz Batthyanys Unterstützung und Hilfe in dieser für ihn schwierigen Zeit, indem er ihm 1527 die Burg Schlaining und alles was zu ihr gehörte schenkte. Die Dörfer Schachendorf, Schandorf und Dürnbach kamen so in Batthyanischen Besitz.

Da zahlreiches Archivmaterial noch nicht bearbeitet wurde, kann man oft das Herkunftsgebiet und das Einsiedlungsjahr der einst westungarischen und heute burgenländischen Kroaten nur vermuten. Der Historiker Pavičić nennt als Herkunftsgebiet der Schachendorfer Kroaten die Gegend zwischen Papuk, Psunj und Štupčanica. Neweklowsky verlegt auf Grund der sprachlichen Erscheinungen die ehemalige Heimat der Štoji in die Gegend von Jasenovac. Ivić nennt als Herkunftsgebiet für Schandorf und Nahring die Gegend nicht weit von der Mündung der Una in die Save.

Die Grundherrenfamilie Batthyany besaß in Kroatien und Slawonien die Herrschaften bzw. die Güter Greben, deren Zugehörungen in den Komitaten Kreuz-Križevci, Agram-Zagreb und Varaždin lagen, Jakopovec im Komitat Varaždin, Zamlaća, Turnišće im Komitat Zala sowie die Herrschaften Brezovica und Garignica im Komitat Kreuz-Križevci. Es wird angenommen, dass unsere Kroaten im Jahre 1543 aus den beiden letztgenannten Herrschaften nach Schandorf kamen.

Nach der Einnahme der Festung Kostajnica im Jahre 1556 kam es zur Eroberung der Landstriche zwischen den Flüssen Una und Kupa durch die Türken. Die aus diesen Gebieten ausgewanderten Bauern besiedelten vor allem das nördliche und mittlere Burgenland. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts fand die Kroatenwanderung ihren Abschluss, wobei seit 1577 bereits eine gewisse Rückwanderung aus Niederösterreich einsetzte.