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Der Schandorfer Dialekt in Kroatisch

Die Schandorfer Kroaten leben wie die übrigen burgenländischen Kroaten seit fast 500 Jahren in Ungarn und Österreich als eine kleine ethnische Gruppe. Sie sind die Nachfahren jener im 16. Jahrhundert angesiedelten Kroaten. Heute ist der Bestand der kroatischen Sprache im Dorf durch die allgemeine gesellschaftliche Situation und durch die fast ausschließliche Einheiratung deutschsprechender Partner bedroht. Die Germanisierung vor allem der Kinder passiert auf dem Hintergrund des vorwiegenden oder ausschließlichen Gebrauches der deutschen Sprache in der Familie und vor allem wegen des medialen Umfeldes in deutscher Sprache.

Die drei Ortschaften Schachendorf, Schandorf und Dürnbach weisen zum Teil grundlegende sprachliche Unterschiede vor allem im Wortschatz auf. Es würde etwa zu Missverständnissen führen, würde ein Schandorfer oder Dürnbacher im Geschäft in Schachendorf „gra“ verlangen. Statt der gewünschten Bohnen bekäme er Erbsen.

Die Schandorfer Mundart wird als ikavische Mundart bezeichnet (ikavisch – ekavisch: der urslawische Laut Jat entwickelte sich in den Mundarten in Abhängigkeit von den umgebenden Lauten einmal als „e“, das andere Mal als „i“) und erscheint als štokavisch-čakavischer Übergangstyp, wobei die čakavischen Besonderheiten deutlich überwiegen. Das lässt den Schluss zu, dass die Kroaten aus Narda und Schandorf ihr Ursprungsland vor ihrer Übersiedlung im 16. Jahrhundert nicht weit von der Mündung des Flusses Una in die Save haben dürften.

Es gibt auch deutliche Unterschiede zwischen dem Schandorfer Dialekt und dem Dialekt anderer burgenländischkroatischer Dörfer.

Im Schandorfer kroatischen Dialekt findet sich eine erhebliche Anzahl von ungarischen Wörtern bzw. Wortteilen. Diese sind als Spuren sprachlicher Überreste eines jahrhundertealten Einflusses durch das ungarische Mehrheitsvolk im damaligen Westungarn zu verstehen. Darunter sind auch Lexeme zu finden, die das Ungarische in historischer Zeit vom Slawischen übernommen hatte und die als Rücklehnungen in den Schandorfer Dialekt übergingen, wobei diese die typischen Merkmale der Anpassung an das ungarische Artikulationssystem bzw. Spuren der ungarischen Lautentwicklung aufweisen. Die zahlreichen sprachlichen Besonderheiten der Schandorfer kroatischen Mundart wurden von mehreren Sprachwissenschaftern erforscht und beschrieben (Gerhard Neweklowsky, Laszlo Hadrovics, P. Ivić, Edith Mühlgaszner, Apollonia Veraszto).