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Häuserformen

Arkaden alt
Arkaden alt
Arkaden neu
Arkaden neu

Schandorf ist ein regelmäßiges Straßendorf und liegt in einer Senke im Süden des Gemeindegebietes am Edelbach. Ungarischer, kroatischer und deutscher regionaler Einfluss vermischte sich zum Schandorfer Baustil.

Die Entwicklung des Bauernhauses in den südburgenländischen Dörfern steht in engem Zusammenhang mit dem Typus der katholischen Dorfkirche des 19. Jahrhunderts. Bis zum Ende des 18. Jhdts. hat es kaum Steinbauten gegeben. Die strohgedeckten Häuser waren aus Holzbalken und aus Lehm zusammengefügt. Die Wände wurden aus Lehmziegeln oder aus „gesatztem“ Lehm gebaut. Dabei wurden sie aus mit Wacholderzweigen vermischtem, zwischen Schalungsbrettern gestampften Lehm errichtet. Wie solche Häuser ungefähr ausgesehen haben, zeigt heute noch das Freilichtmuseum von Bad Tatzmannsdorf.

Den Anstoß zum Neubau der Bauernhäuser in Stein und zur Deckung mit Ziegeln dürften Brandkatastrophen in den Dörfern gegeben haben. Der Architekt Melchior Hefele dürfte in seinen Plänen für den Wiederaufbau der abgebrannten Vorstadt von Steinamanger Perint den Typus des westungarischen Bauernhauses festgelegt haben und das Bild des Dorfes mitgeprägt haben.

Die Laubengänge, die den Streck- und Hakenhöfen an der Hofseite der langen Trakte vorgelagert sind, zeigen vielfach die gleichen Formen, wie man sie in den Kirchen, vor allem in der Gestaltung der Emporen findet: auf toskanischen Säulen oder Pfeilern ruhende Arkaden, in den Gängen Gewölbe mit zartem Stuckdekor. Auffällig ist das konzentrierte Auftreten dieser Hofform in den Dörfern der Wart, in dem von ungarischen Kleinadeligen bewohnten Teil des Gebietes. Diese Bauweise scheint eine „Prestige-Form“ zu sein. Vielleicht wollten die freien Bauern ihre Zugehörigkeit zur Oberschicht dokumentieren, indem sie Arkadenhöfe, wie sie an herrschaftlichen Schlössern seit dem 17. Jahrhundert üblich waren, kopierten. Von da fand der Laubenhof seine weitere Verbreitung auch in deutschen und kroatischen Dörfer.

Hausparzellen in Schandorf weisen zumeist eine zur Straße traufseitige Verbauung auf.

Streckhöfe und Zwerchhöfe bestimmen das Ortsbild. Sezessionistischer Dekor war an den Häusern Nr. 4-7, 12, 61-63, 111, 112 und 142 feststellbar. Dieser reiche spätklassizistische Stuckdekor an den Fassaden fiel in den letzten Jahrzehnten oft der Sanierung alter Häuser zum Opfer.

Heute durchsetzen neue Häuser das alte Ortsbild. Diese entstehen am Ortsrand. Schöne und alte Häuser werden vielfach von Städtern gekauft und erhalten, während die Einheimischen selbst den Anschluss an modernes Bauen und Wohnen suchen.