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Hügelgräber in Schandorf

Hier ein Kurzvideo dazu.

Schon zu Beginn des 6. Jahrtausends vor Christus ist die jungsteinzeitliche Besiedlung des Schandorfer Gebietes durch archäologische Funde nachgewiesen. Zur Zeit der sogenannten "Eisenfürsten" oder "Eisenbarone" etwa 750 v. Chr. war Schandorf am wohlhabendsten. Vom damaligen Reichtum und der dichten Besiedlung an der Pinka zeugen noch heute die Hügelgräber im Schandorfer Wald.
Die für Europa einzigartige Bedeutung des Schandorfer Hügelgräberfeldes resultiert aus der Ansammlung von 285 bis zu 16 Meter hohen und bis zu 40 Meter breiten Riesengrabhügeln aus der Hallstattzeit. Daneben gibt es noch 2 Gruppen römerzeitlicher Hügelgräber, die von der dichten Besiedlung in der Römerzeit Zeugnis geben.

8000 Jahre Geschichte und Kultur in Schandorf
Das Gebiet um Schandorf zählt zu den am frühesten von Menschen besiedelten Gebieten im südlichen Burgenland.
Besonderen Aufschwung nahm die Region durch den Abbau und die Verhüttung von Eisenerz südlich von Schandorf um 750 v. Chr. Die mächtigen Eisenfürsten der Hallstattzeit hatten ihren Sitz in der Pinkaschlinge von Burg und bestatteten ihre Toten im Schandorfer Wald. Mehr als zweihundert riesige Erdhügel als bleibende Erinnerungsdenkmale für die Verstorbenen wurden so aufgeschüttet. Diese Praxis der Bestattung zog sich bis um 300 vor Christi Geburt, als die Eisengewinnung im heutigen Burgenland ihren Höhepunkt erreichte.
Aus der Römerzeit, in der die Gegend um Schandorf dicht besiedelt war, gibt es eine eigene große Gruppe von Hügelgräbern im Schandorfer Wald.
Der Wanderweg zu den Hügelgräbern im Schandorfer Wald eröffnet die Möglichkeit, die achttausend Jahre alte Geschichte und Kultur von Schandorf zu erwandern. Ziel des Weges ist der bis heute fast nur der Forschung bekannte eisenzeitliche Friedhof im Schandorfer Wald. Es handelt sich dabei um ein Gräberfeld mit beeindruckenden bis zu 16 Meter hohen Grabhügeln. Dieses ist wegen der großen Anzahl riesiger Hügel für europäische Verhältnisse einmalig.
Jede Zukunft entwickelt sich aus der Vergangenheit. Aus der Geschichte kommt der Ansporn zur Gestaltung der Zukunft.

Kultur der Hallstattzeit
Während der Hallstattkultur bzw. der älteren Eisenzeit im 8. und 7. vorchristlichen Jahrhundert wurden die Toten in ihrer Festtracht auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Totenasche wurde zusammen mit Tongefäßen, die Speise und Trank für das Jenseits enthielten, mit den verbrannten Trachtenbestandteilen und Waffen-, Gerät- und Schmuckbeigaben in Grabkammern beigesetzt. Über diesen Kammern wurden in oft wochenlanger Arbeit von den Hinterbliebenen Erdhügel als Erinnerungsdenkmal für die Verstorbenen aufgeschüttet.
Die Grabhügel sind rund, haben relativ steile Flanken und bei vielen ist der Erdentnahmegraben ringförmig um den Hügelfuß gut zu erkennen. Auch Erdbrücken, die über die Entnahmegräben führen, kommen vor. Die meisten Hügel sind über 5 Meter hoch, einige Hügel erreichen eine Höhe von 10 Metern, die größten sind bei einem Durchmesser von 35 bis 40 Metern bis zu 16 Meter hoch.
Im Inneren des 1933 am Südende der Gruppe I ausgegrabenen Hügels 41 wurden eine Steinpackung und eine Grabkammer aus großen Steinplatten festgestellt. Die Funde - zwei Mehrkopfnadeln, Kegelhalsgefäße mit schwarzroter Bemalung und figuralen Aufsätzen, ein Bronzegefäß, sowie Eisengeräte - lassen ein Männergrab vermuten. Die schwarzrote Bemalung eines Kegelhalsgefäßes zeigt auch die stilisierte Darstellung eines Mannes mit breitkrempigem Hut, wie er für die gehobene Festtracht typisch ist.

Befestigungsanlage von Burg
Gegen Süden oberhalb des Ortes Burg liegen rund um die Pfarrkirche die Reste der ehemaligen Befestigungsanlage von Burg - Ovar. Dort auf dem von der Pinka umflossenen Plateau im Norden der "Pinkaschlinge" stand bereits zu Beginn des 1. Jahrtausends vor Christus eine mächtige Holz-Erde-Mauer als Abschnittswall. Ausgrabungen aus dem Jahre 1940 belegen, dass hier schon in der späteren Urnenfelderzeit (Spätbronzezeit) reges Leben herrschte. Das Auffinden von Überresten einer Siedlung aus der Jungsteinzeit um 4.000 v. Chr. bei der nahen ungarischen Ortschaft Sé legt die Vermutung nahe, dass die Region um Schandorf ebenfalls zu dieser Zeit besiedelt war. Steinzeitliche Funde bei den Hügelgräbern und auf der riesigen Erdburganlage weisen auch auf eine neolithische Siedlung im Raum Schandorf hin.
Nach Zerstörungen und Wiederaufbauten durch die Jahrhunderte wurde die Burg Ovar im 13. Jahrhundert n. Chr. neu errichtet.
Die Herren von Schandorf erhielten im Jahre 1244 von König Bela IV. die Burg, um sie neu zu errichten. Diese Herren waren frühere deutsche Rodungsbauern, die unter den Grafen von Güssing die weiten, herrenlosen Wälder und Sümpfe in Besitz genommen hatten. Sie sollten jetzt laut Schenkungsurkunde die alte Holzburg zum Zwecke des Grenzschutzes ausbauen.
Im Früh- und Hochmittelalter wurde die große Siedlungsfläche innerhalb der Pinkaschlinge im Ausmaß von 600 Metern Länge und bis zu 200 Metern Breite durch den Einbau von weiteren Befestigungsmauern mehrfach verkleinert.

Eisengewinnung in der jüngeren Eisenzeit
In der älteren Eisenzeit (Hallstattkultur) kam es im Raum Schandorf-Burg-Eisenberg ab dem 8. Jahrhundert vor Christus zu einem beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung. Die ältereisenzeitlichen Bauern spezialisierten sich zunehmend auf die Produktion des gefragten und teuren Metalls Eisen. Während man Eisen zuerst für Schmuck und Waffen gebrauchte, wurde das neue Rohmaterial mit der Verbreitung der neuen Technologie bei der Herstellung von Geräten und Werkzeugen allgemein verwendet.
Von der Eisengewinnung im mittleren Burgenland zeugen heute noch in den Wäldern der Bezirke Oberpullendorf und Oberwart rund 20.000 Pingen und 1.200 Schlackenplätze mit jeweils 3 bis 10 Schmelzöfen, die zum Großteil aus der Spätlatenezeit stammen. Der häufigste Typ ist ein im Durchmesser gut 1 Meter großer, ursprünglich fast 1,5 Meter hoher, eingetiefter Kuppelofen mit angesetzter Arbeitsgrube. Dieser Ofentyp wurde wegen seines typischen Vorkommens als "norischer Rennofen vom Typ Burgenland" bezeichnet.
Vor allem in den letzten vorchristlichen Jahrhunderten, als die norische Eisenproduktion voll für die Ausrüstung der römischen Legionen arbeitete, wurden jährlich mindestens 12 Tonnen Roheisen gewonnen. Bei einer Umrechnung auf Fertigprodukte könnte man jährlich über 70.000 Lanzenspitzen oder aber 17.000 Äxte geschmiedet haben.
In der Nähe von Schandorf befand sich die damalige Stadt Velem-Szentvid mit ihrem Metallreichtum an Kupfer, Antimon, Gold und Eisenerz. Die dort blühende Metallkunst hatte der Stadt ein Jahrtausend lang Reichtum und Ansehen gebracht. Velem verlor seine Bedeutung als uraltes Handwerks- und Handelszentrum durch die 43 n. Chr. in der Ebene erbaute römische Stadt Savaria.

Hügelgräber aus der Hallstattzeit
Die frühen "Eisenbarone", die in der weiter ausgebauten Festung in der Pinkaschlinge von Burg wohnten, bestatteten ihre Toten in mehreren Friedhöfen auf den Anhöhen südlich, südöstlich und östlich der Burg.
Bis jetzt sind fünf Grabhügelgruppen der Hallstattkultur mit insgesamt 285 Grabhügeln bekannt. Die kleinste Gruppe mit 30 Hügeln liegt bei Badersdorf, eine größere Gruppe mit 84 Hügeln am Eisenberg in den Gemeindegebieten von Burg und Felsöcsatár. Die größte Anzahl von Hallstattgrabhügeln in dieser Region befindet sich im Schandorfer Wald, verteilt auf drei Gruppen mit 150 (Gruppe 1), 11 (Gruppe 2) und 9 (Gruppe 4) Hügeln. Die 73 niedrigeren Hügel der Gruppen 3 und 5 sind nicht hallstättisch, sie wurden während der älteren Römischen Kaiserzeit errichtet.
Die Schandorfer Grabhügel wurden bereits 1878 bei einem internationalen archäologischen Kongress in Budapest erwähnt, gerieten aber in den folgenden Jahrzehnten wieder in Vergessenheit. Über Veranlassung des Ortspfarrers Peter Jandrisevits wurden die Forschungen 1930 wieder aufgenommen.
Die vom 8. bis ins 6. Jahrhundert vor Christus angelegte Schandorfer Hügelgräbernekropole der älteren Eisenzeit gehört wegen der auffallend großen Grabhügel und der hervorragenden Erhaltung der Hügel samt umliegenden Erdmaterialentnahmegräben zu den bedeutendsten Anlagen dieser Art in Europa.

Römerzeit in Schandorf
In der Römerzeit (1. bis 4. Jahrhundert nach Christus) hatten römische Gutshöfe eine lebenswichtige Funktion. Sie bestanden in der Regel aus einem steingemauerten Herrenhaus, Sklavenwohnungen, Stallungen, Wirtschaftsgebäuden und Werkstätten, sowie umliegendem Acker- und Weideland sowie Weingärten und produzierten die zur Versorgung der römischen Stadt Savaria (Szombathely/Steinamanger) notwendigen landwirtschaftlichen Güter. Die Römerzeit wird durch diese Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit der Stadt gekennzeichnet. Die Landbewohner lieferten nicht nur die landwirtschaftlichen Produkte in die Stadt, sie bezogen seltene Handelsware aus der ganzen Welt und lernten neue Fertigkeiten.
Die Römerstadt Savaria (Steinamanger) wurde an der alten Bernsteinstraße 43 n. Chr. von Kaiser Klaudius unter dem Namen COLONIA CLAUDIA SAVARIA gegründet. Sie wurde an der Stelle eines römischen Militärlagers erbaut und war der Mittelpunkt Pannoniens. Das gut ausgebaute Straßennetz band auch die Region um Schandorf in die Stadt ein.
1926 wurden in Schandorf Eisenteile eines römischen Pfluges - nämlich Kette, Sech (Vorschneidemesser) und Pflugschar - gefunden, die die landwirtschaftliche Bedeutung der Schandorfer Gegend unterstreichen. Die Bearbeitung der Ackerflächen prägte Schandorf durch alle Jahrhunderte bis in die heutige Zeit.